Schwertgut

Schon im 16. Jahrhundert besass die Stadtzürcher Familie Keller an diesem Standort drei Jucharten Reben. 1591-1621 in den Archivalien als Eigentum von „Amtmann Keller“ ausgewiesen, gingen sie nach dessen Tod an seine Tochter Magdalena (…1658) über, welche sie dann in ihre zweite Ehe mit Hans Conrad Ott (1587-1652) einbrachte.

Um 1680 errichteten deren zwei ledige Töchter Anna (…1691) und Catharina (…1694) darauf  – wahrscheinlich anstelle eines Vorgängerbaus –  ein steinernes Trottgebäude mit aufgesetzten Wohnräumen, welches sich  bis heute auch nach diversen Gebäudeerweiterungen des 18. Jahrhunderts immer noch am bestehenden Bau ablesen lässt.

Der den verstorbenen Eltern gewidmete Schlussstein des von aussen zugänglichen Rundbogentors zum Trottkeller zeigt in reichen Barockkartuschen die Wappen und Initialen von Hans Conrad Ott (HCO – ST.B [Statthalter des Johanniterhauses in Bubikon 1627-1643]) und seiner Frau Magdalena Keller (MK).

 

Schwertgut 1927, links im Bild: Wasch- / Ökonomie 1867 (Ortsgeschichtliche Kommission Höngg)

Die Töchter wohnten bis zu ihrem Tod zeitweise hier und vermachten der Kirche Höngg 1694 jährlich „9 Kopf“ (ca. 33 Liter) Wein für das Abendmahl, welche bis zur Ablösung 1833 auch alljährlich ausgerichtet wurden.

Der Hausname „Schwert“ erinnert an das Gasthaus „Schwert“ bei der Zürcher Rathausbrücke, welches Magdalena Keller von ihrem verstorbenen ersten Ehemann Hans Bleuler geerbt und 1612 in die Familie Ott eingebracht hatte.

 

Die Erben Ott verkauften 1711 das „Schwertgut“. In den folgenden Jahrzehnten wechselte das Haus verschiedentlich den Besitzer. Es diente als „normales“ Bauernhaus und zeitweise als Wirtschaft.

Die Baumtrotte wurde 1873 vom Trottenraum in das neue, nördlich des Schwertguts gelegene Oekonomiegebäude verschoben und 1892 durch eine damals moderne Obstpresse ersetzt. (www.schwertgut.ch).

 Diese Tafel wurde durch die Katholische Kirche Heilig Geist Höngg ermöglicht.