Die Reblage im Riedhof

Jahr der Rekultivierung: 1986
Gesamt-Rebfläche: 1.3ha / 13‘000 m2
Eigentümer: Grün Stadt Zürich
Pacht und Bewirtschaftung: Zweifel Weine, Höngg / Trachtengruppe Höngg
Kelterung, Ausbau und Lagerung: Zweifel Weine, Höngg
Angebaute Sorten:
Pinot Noir
Riesling-Silvaner

Honigbienen im Rebberg?

Unterwegs zum Rebberg im Riedhof führte der Weinweg an den Obstplantagen der Familie Thomas Wegmann vorbei. Die dort kultivierten Früchte wie Äpfel,  Birnen oder Kirschen sind auf Bienen und andere Insekten als Bestäuber angewiesen. Diese transportieren den Pollen einer Blüte zur Narbe einer anderen Blüte. Ohne Insektenbestäubung gibt es keine Befruchtung und somit reifen auch keine Früchte heran.

Funktioniert das bei Kulturreben genauso?

Dazu ist ein näherer Blick auf die Rebblüte notwendig:

Abb. 1: Geschein                       Abb. 2: Einzelblüte ohne Kronblatt-Käppchen

Die Einzelblütchen der Rebe sind in einem Blütenstand, dem Geschein, zusammengefasst (Abbildung 1). Die Blüten sind unauffällig und grün, die Kronblätter an der Spitze verwachsen und fallen bei der Reife wie ein Käppchen ab. Dies bedeutet, dass Rebenblüten niemals wie beispielsweise Apfelblüten aufblühen. Unter dem Käppchen liegen die männlichen Staubblätter und die weiblichen Narben (Abbildung 2). Die Staubbeutel ffnen sich bereits vor dem Abwerfen des Kronblatt-Käppchens, und die Pollen bleiben somit an der klebrigen Narbe derselben Blüte hängen. Die Kulturrebe gehört also zu den Selbstbefruchtern und benötigt daher keine Bienen zur Fruchtentwicklung.

Dies erklärt auch, weshalb rote und weisse Rebsorten nebeneinander stehen können, ohne sich genetisch zu beeinflussen.  Selbst wenn es der Pollen einer weissen Rebe auf die Narbe einer benachbarten roten Rebe schafft, bleiben die Früchte dennoch rot. Denn das Fruchtfleisch wird nur von der Mutterpflanze gebildet.  Einzig die Traubenkerne besitzen bei einer solchen Fremdbestäubung auch die Gene der Vaterpflanze. Diese Kerne keimen aber nie aus, sondern werden in der Weinherstellung mitverarbeitet. Der Wein selbst bleibt also sortenrein.

Übrigens:  Die wilde Rebe (Vitis vinifera sylvestris) ist im Gegensatz zur Kulturrebe (Vitis vinifera vinifera) zweihäusig, also mit sowohl rein männlichen wie auch rein weiblichen Pflanzen.

Bienenhaus beim Rebberg im Riedhof

Diese Tafel wurde durch den Verschönerungsverein Höngg und Frauenverein Höngg ermöglicht.