Das Rebbauernhaus und der Rebberg zum Chranz

Das Rebbauernhaus zum Chranz: Vom Fraumünsterlehen zum Ortsmuseum

Das Bauernhaus zum Chranz  ist eines der ältesten erhaltenen Gebäude in Höngg. Es wurde 1506 vom Fraumünster-Stift erbaut und mit Reben, Äckern und Wiesen als bäuerliches Pachtgut ausgestattet. Von diesem Bau zeugen heute noch die Krüppelwalm-Dachform sowie die Bohlenständer-Fassade auf der Rückseite des Hauses, wo einst auch die Trotte stand.

Sattel-/Giebeldach                             Walmdach                                   Krüppelwalmdach

Bohlenständer-Fassade von 1506 (Baugeschichtliches Archiv der Stadt Zürich 1975)

Bei der Ständer-Bautechnik wird ein Viereck aus Holzbalken als Grundschwellen (Schwellenkranz) gelegt, in welchen dann die Ständer des Hauses eingezapft werden. Diese reichen vertikal vom Balken bis hinauf zum Dach. Die Bohlenständerbauweise zeichnet sich dadurch aus, dass die Zwischenräume zwischen den Ständern durch horizontal angebrachte dicke Bretter, sogenannte Bohlen, gefüllt werden, welche in die Nuten der Ständer eingeschoben werden.

Isometrische Darstellung des Bohlenständerwerks und des Dachgerüstes am Haus zum Chranz(ursprünglicher Zustand zum Teil rekonstruiert)(Baugeschichtliches Archiv der Stadt Zürich 1976) 

 

Das Fraumünster-Stift wurde wie alle anderen Klöster zwar zur Zeit der Reformation aufgehoben, ihre Güter wurden allerdings nicht auseinandergenommen oder aufgeteilt. Der vormalige Fraumünsterbesitz wurde als Fraumünsteramt weiter verwaltet und 1803 der Stadt Zürich übertragen. Diese verkaufte das Chranz-Gut 1838 an die Höngger Familie Grossmann weiter, deren Eigentum es bis 1941 blieb.

1970 erwarb die Stadt Zürich das alte Bauernhaus zurück, um es für die Sanierung der Gsteigstrasse abzureissen. Schliesslich verzichtete sie aber auf den Abbruch und renovierte es 1975-1976 umfassend, um es dem Quartier als Ortsmuseum zur Verfügung zu stellen.

Haus zum Chranz nach der Restaurierung von 1976 (Baugeschichtliches Archiv der Stadt Zürich 1976)

Das Höngger Ortsmuseum

Im Haus zum Chranz befindet sich seit 1977 das 1925 entstandene Ortsmuseum Höngg, welches Zeugnisse der dörflichen Vergangenheit präsentiert.

Es wird von der 1925 gegründeten Ortsgeschichtlichen Kommission des Verschönerungsvereins Höngg getragen, welche seit 1928 in ihrer Publikationsreihe „Mitteilungen der Ortsgeschichtlichen Kommission des Verschönerungsvereins Höngg“ Themen der Höngger Lokalgeschichte behandelt. Von den weit über 50 Heften können die noch nicht vergriffenen Ausgaben im Ortsmuseum eingesehen und gekauft werden.

Einen Schwerpunkt der permanenten Ausstellung bildet der Rebbau als frühere Hauptbeschäftigung der Höngger Bevölkerung. Es werden alle Arbeiten im Verlauf des Rebjahrs  vom Lösen der überwinterten Schosse bis zum „Wümmet“ gezeigt und erläutert. Dazu werden historische Geräte des Rebbaus ausgestellt.

Der Rebberg zum Chranz

Im Frühling 2008 wurde neben dem Ortsmuseum der Rebberg zum Chranz als bislang kleinster Höngger Weinberg angelegt.

  • Rebfläche: 0.04 ha / 400 m2
  • Eigentümerin: Stadt Zürich
  • Bewirtschaftung: Rebbaugruppe zum Chranz
  • Kelterung, Ausbau und Lagerung: Zweifel Weine, Höngg
  • Angebaute Sorten:
    • Prior (192 Rebstöcke; Ertrag 2012: 190 Flaschen)
    • Cabernet Cortis (100 Rebstöcke [Neuanpflanzung]; noch kein Ertrag)

Diese Tafel wurde durch die Zürcher Kantonalbank Höngg und Verein Handel & Gewerbe Höngg ermöglicht.